Interessengemeinschaft Karnevalsumzug, Bernkastel-Kues |
||
Pressebericht Nr. 2 Bernkastel - Kues ist aufgewacht.
Das Motto des Fasenachtumzuges 1999 in Bernkastel. |
![]() |
|
| Frostige Temperaturen lassen die Narren eiskalt Feurige Hexen, wilde Piraten. geheimnisvolle Masken und kuschelige Betthupferl gaben beim Umzug durch Bernkastel-Kues den Ton an »In Bärenkessel is der Deuwel los, net nur im September, ooch em Februar« - doch es waren nicht nur die Teufel des Höllenexpress, die die Straße unsicher machten. Tausende großer und kleiner Fastnachter von Mosel, Eifel und Hunsrück säumten die Strecke von der Saarallee bis hoch zur Burgstraße, als sich nach dem grandiosen Auftakt im letzten Jahr wiederum ein Fastnachtszug den Weg durchs närrische Volk bahnte.
Die frostigen Temperaturen ließen die Narren eiskalt. Zwei Stunden lang gaben königliche Tollitäten, lustige Musikanten, feurige Hexen und Teufel, wilde Piraten, kuschelige Betthupferl, geheimnisvolle Masken aus Venedig und Kueser Zigeuner den Ton an. Warm verpackt verfolgte das Publikum das »verrückte« Straßenspektakel und an so mancher roten Nase war nicht nur die Fastnachtsschminke schuld. Themenwagen wechselten sich mit lustigen Fußgruppen ab, Prinzenpaare grüßten ihre Untertanen und Musikkapellen sorgten für karnevalistischen Schwung. Begeisterten einerseits die farbenprächtigen, phantasievollen Kostüme des Fußvolkes die Zuschauer, so nahmen die einzelnen Wagen aktuelle Themen aufs Korn. Nicht nur die große Politik, auch Gesellschaft und Lokales wurde kritisch beleuchtet. Ins närrische Visier geriet die neue Regierung »Öko-steuer mit Grün-Rot, zahlen muß man bis zum Tod« ebenso wie der Einbahnstraßenverkehr in Bernkastels Burgstraße, den ganz schlaue Autofahrer auf ihre Art »lösen« - mit einem Lenkradaufsatz für beide Fahrtrichtungen. Aufgeklärt wurde auch über die Farbe »Gelb«: Wenn es klein und gelb ist, sind es Smarties - ist es groß und gelb, sind es Moselbahnbusse. Auch Bernkastels neueste Erungenschaft, die »Touristen-Eisenbahn« bimmelte mit im närrischen Lindwurm. Viagra heißt das Wunder, davon sind auch die Sänger des Bernkasteler Männerquartetts mit Blick auf ihren Bestand in der Zukunft überzeugt: »Viagra lieber heut als morgen, hilft uns gegen Nachwuchssorgen«. Oder hilft vielleicht doch eher der Zaubertrank von Bernkastels »Hexen der Neuzeit«? Als »städtischer Übermengen-Regulator« fungierte das Gastro-Mobil und spendete köstliche Tropfen gleich an mehreren Zapfhähnen . Am Stammtisch wurde über Bernkastels Wandel zu Dr.Gestrichs Zeiten, Stichwort »Bahnhofs-Aquarium« ebenso diskutiert wie über Bernkastels schiefste Terrasse auf dem Marktplatz. Ehemänner aufgepaßt - seit kurzem gehen die Bernkastel-Kueser Frauen einer ganz neuen Beschäftigung nach. »Statt kochen, bügeln, waschen, leeren sie den Männern die Taschen« - im neueröffneten Night-Club in Bernkastels Graacher Straße. Und wie es alter Brauch, sangen, tanzten und grölten die Narren in Bernkastel auch. Ausgelassene Stimmung und Fröhlichkeit herrschte nach dem Zug bis in den Abend auf dem Marktplatz. Da wackelte zwar nicht der Dom, doch die gute Stube Bernkastels stand kopf und so mancher Narr sah die mit bunten Ballons närrisch herausgeputzten alten Fachwerkhäuser kräftig mitschunkeln.
|
||